Kommentar: Wer hat heute noch Lichtschalter oder die Frage der Schienen.

Hallo Leute,

mein Haus beginnt nun immer mehr – wie man heute auf neudeutsch so sagt – smart zu werden. Sukzessive schmeiße ich die Lichtschalter aus meinem Haus, denn mit Alexa und W-LAN fähigen Glühbirnen werden diese immer nutzloser. Also aufgepasst an alle Wir-Produzieren-Lichtschalter-Unternehmen – mich habt Ihr schon als potentiellen zukünftigen Kunden verloren 😉 (noch nicht ganz – aber ihr habt ja die Chance mit mir innovative Produkte zu erstellen)

Wenn ich nach Hause komme rede ich mit Alexa und bitte Sie bereits im Vorraum im Wohnzimmer Musik abzuspielen und das Licht dort heute bläulich auf 50% gedimmt einzuschalten. Ach ja – ich habe über 16 Millionen Farben, die über eine Glühbirne ausgestrahlt werden kann. Das gleiche auch für Steckdosen und anderes Home-Zeugs, was man halt so hat. Malen mit Licht bekommt da eine ganz andere Bedeutung. Mit dem Einzug von Alexa in mein Haus, und bereits mehreren Anwendungen bemerke ich immer mehr, dass die Informationstechnologie (neben Sensoren, Aktoren und Daten) und in Zukunft auch Algorithmen die Kunden begeistern werden.

Nehmen wir einmal an (bzw. kommt einfach mal zu mir nach Hause) – ich komme so ca. 10 mal nach Hause und sage Alexa immer, dass Sie (oder sie?) im Wohnzimmer das Licht einschalten soll. Beim 11ten mal wenn ich Alexa begrüße frägt sie mich, ob Sie das Licht im Wohnzimmer einschalten soll und ob es wieder blau sein sollte mit 50% dimm. Dann ist das etwas was mit Maschine Learning zu tun hat und mich unterstützt. Interessant wird es, wenn ich immer gelbe Hemden bestelle und mit Alexa vor eine Alternative stellt. “Hallo Shinja solle ich wie üblich das Licht einstellen oder sollte ich heute mal anstatt blau eine gelbe Beleuchtung nehmen, ich glaube die Farbe gefällt Dir auch sehr gut.” Das ist ebenfalls Maschine Learning, der Algorithmus der dies verwirklicht auch nicht fern – es gibt ihn schon!

Leute Leute – auf geht’s keine Zeit mehr für Warten, in alten Denkstrukturen denken – Ihr braucht Innovationen.

Eine andere Sache ist das mit den Schienen. Warum brauchen wir Schienen nochmal? Ich fahre Motorrad und die Straßenbahnen in der Stadt sind für mich immer Stolperfallen. Außerdem sehr teuer dieses Eisen immer auf der Straße zu verbauen oder? Schaut doch mal nach China, die Akku-Metropole, über ein Milliarde Menschen und eine schienenlose, Elektrostraßenbahn, evtl. auch noch mit autonomer Navigation (hier). Warum bitte, wenn wir Industrie 4.0, Digitalisierung und Spitzenreiter in Maschinenbau, Autobau, Zugbau usw. sind – Warum bitte haben wir das noch nicht im Einsatz.

Uns fehlt es meist an Machern den Inkubatoren, die die Ideen umsetzen mit Euch gemeinsam, keine Quasselstrippen einfach Macher. Diese Straßenbahn ist keine neue Erfindung, es ist eine Innovation, die das Stadtbild verschönern, die Grenzkosten und die Leerkosten massiv senken, sauber ist und innovativ.

Ein Kommentar, der ein paar Denkprozesse anstoßen soll.

Hello world again! Erfindung oder Innovation oder Disruption?

Ich bin ein großer Fan von Henry Ford, denn auch in unseren schnellen Zeiten von heute bilden die “Alten Denker und Macher” eine Konstanz und wenn man sich einmal in der Vergangenheit umsieht, war eigentlich alles schon mal so wie heute – nur die Geschwindigkeit ist anders. Ein Zitat von vielen von Henry Ford:

„Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt schnellere Pferde.“

Soviel also zum Thema, der Kunde steht im Mittelpunkt. Ansichtssache also.

Was möchte Henry Ford aber damit zum Ausdruck bringen? Unsere Schlüsselwörter oben in der Überschrift – Erfindung, Innovation, Disruption – was man eigentlich als Fortschritt zusammenfassen kann, sind unterschiedlich – Also “Fortschritt ist nicht gleich Fortschritt” oder “Wir brauchen mal eine App” vs. “Wieso braucht man noch Makler, LKW Fahrer oder Ärzte?”

Lasst uns einmal eines aussprechen – auf unserem Planeten vergeht nicht ein Tag ohne Erfindungen – oder sind Sie hier anderer Meinung? Dito – irgendjemand hatte heute bereits eine geniale Idee. Das bringt mich zur nächsten Frage.

Ist eine Erfindung auch eine Innovation? Lasst es mich einmal so ausdrücken nach dem Sinne der Germanisten:

Er-fin-dung: [Substantiv, fem.] die erstmalige Schaffung von etwas.

Innovation bedeutet also nicht Erfindung, also bitte nicht etwas neues erfinden, sonst ist man nicht innovativ, sondern erfinderisch! Eine Idee kann also eine Erfindung aber auch eine Innovation sein. Überlassen wir Erfindungen bitte den Erfindern und konzentrieren wir uns auf Innovationen.

Auch hier ist es augenscheinlich so, dass auf unserem Planeten kein Tag vergeht, wo nicht irgendjemand eine Innovation …. und spätestens jetzt kommt man ins stocken … hat. Aber eine Idee ist noch lange keine Innovation – das ist die nächste Erkenntnis, die man haben sollte, wenn man innovativ sein möchte. Innovationen muss man sich erarbeiten, man muss kreativ sein, man sollte ein paar Werkzeuge parat haben um Ideen ausarbeiten zu können und um diese auch später zu bewerten.

Heute sind die Medien voll von e-Bike, e-Automobilität, e-BlaBla, schlaue Bücher und viele sprießende Inno-Lab-Startups die Ihnen sagen wie man Innovationen am besten … ja am besten … was? Henry Ford hätte heute wie damals gesagt:

„Fast jeder kann sich eine Idee ausdenken. Was wirklich zählt, ist die Entwicklung zu einem praktischen Produkt.“

Nehmen wir als Beispiel eines der e-Produkte. Stand heute ist e-Mobilität (Auto, Fahrrad) eine Neuerung im Sinne einer Innovation, wenn man wieder einmal unsere Germanisten bemüht:

In-no-va-ti-on: [Substantiv, fem.] der Vorgang, dass durch Anwendung neuer Verfahren und/oder die Einführung neuer Techniken ein Bereich erneuert und auf den neuesten Stand gebracht wird.

Evolutionäre Innovation

Also – nicht sehr spektakulär aber sinnvoll. Zuerst gab es das Auto, nun gibt es das e-Auto oder zuerst gab es das Fahrrad, nun gibt es das e-Bike (nicht für Germanisten geeignet aber e-Fahrrad hört sich nicht sehr innovativ an).

Sieht man sich nun etwas um erkennt man, dass die häufigste Art der Innovation die Verbesserung und/oder Weiterentwicklung eines bestehenden Produktes ist. Denn ein schlauer Mensch hat mal gesagt, dass man das Rad nicht ständig neu erfinden kann – einmal erfunden ist erfunden. Aber nicht nur Produkte unterliegen innovativer Vorgängen, sondern auch Prozesse, Verfahren, Märkte, Geschäftsmodelle.

Disruptive Innovation

Ja – die sind etwas spektakulärer, denn diese stellen ganze Geschäftsmodelle auf den Kopf oder zerstören komplette Geschäftsobjekte. Diese Innovation, also die Disruption zerstört oder besser gesagt zerreißt (lat. disrumpere) ihre herkömmliche Art Geschäfte zu tätigen und Geld zu verdienen. Das ist nur etwas für mutige, aber auch für langfristig denkende Unternehmer. Internet, immer kleiner werdende Sensoren und Aktoren, Funk und Plattformen machen es notwendig heute bereits über diese Art der Innovation nachzudenken. Ihr kennt ja alle die Geschichten der Schallplatten, CDs, MP3 und jetzt Streaming. Buchhandlungen und amazon, Videotheken und netflix,

Die Disruption in der Disruption ist die Digitalisierung. Hierbei geht es oft gar nicht um ein Produkt oder einen Prozess, sondern vielmehr um einen Denkansatz der zur disruptiven Innovation führt. Ist nun Uber eine disruptive Innovation? Hier beim nächsten Artikel mehr.